jo jmatic
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Interview mit:

jo jmatic

http://www.jmatic.eu
Wer sind Sie und was machen Sie?

Ich bin ein grosses Missverständnis und ich missverstehe konsequent. Ich antworte auf Fragen, die keiner gestellt hat. Ich bin ein Superheld. Meine Superkräfte sind derart vielfältig, dass ich den Überblick verloren habe, und selbst das ist eine Superkraft, denn es macht mir absolut nix aus, keinen Überblick zu haben. Ich bin ein Verzweifelter, denn ich zweifele ständig. Manchmal wird's richtig schlimm, dann dreifele, vierfele und fünfele ich sogar. Nur sächseln tu' ich nicht. Alles hat Grenzen.
Was war das letzte Buch, das Sie gelesen haben?
“Ignaz, oder Die Verschwörung der Idioten” von John Kennedy Toole.
Was war das Verrückteste, das Sie je getan haben?
Das verrückteste, was ich im Leben getan habe, war der Versuch ein normales, akzeptiertes Mitglied dieser unserer Gesellschaft zu werden. Ich weiss nicht, was ich mir dabei gedacht habe.
Hat Ihr Auto einen Namen?
Ja. Bestimmt. Ich weiss ihn nicht, aber ich würde Sie gerne dabei filmen, wenn Sie es nach seinem Namen fragen.
In welcher Fernsehsendung wären Sie gerne einmal Gast?
“Die unglaublich, wahnsinnig und verdammtnochmal berühmtesten Persönlichkeiten aller Zeiten im Gespräch” Heute zu Gast: ...

Ansonsten hätte immer gerne damals eine Statistenrolle als extraterrestrischer Haken bei “Raumpatrouille Orion” gehabt. Das wäre mein Durchbruch gewesen. Ich weiss es. Ich weiss es einfach.
Was würden Sie mit einem Lottogewinn machen?
Ich würd' ihn fertig machen, nach allen Regeln der Kunst.

Ich würd' ihn fragen, was er sich dabei denkt, alle Leute total verrückt zu machen, nur um sich dann dem nächstbesten, armen Teufel an den Hals zu werfen, sein Leben total auf den Kopf zu stellen und sich dann meistens in Luft aufzulösen.

Ich würd' ihn in seine Einzelteile zerlegen, ihn zur nächsten Brücke schleppen und ihn übers Geländer stossen.

Möglicherweise würde ich dann aber vorher eine Kamera installiert haben und die Leute (die ja in Wahrheit seine Väter und Mütter sind) dabei filmen, wie sie versuchen, ohne Rücksicht auf's eigene Leben, und erst recht nicht mit Rücksicht auf das Leben anderer, ihn zu retten, oder zumindest grosse Teile davon, und ihn in Wahrheit dabei zerteilen, zerreissen, in seine Bestandteile zerlegen, seine Existenz auflösen ...

Das Material würde ich dann natürlich Michael Moore anbieten, der daraus, zusammen mit ein paar Bildern von geteerten und gefederten Managern und Bänkern (möglicherweise in 3D-Technik animiert, aber wahrscheinlich doch eher echt, der Glaubwürdigkeit wegen), eine erschütternde Dokumentation über das Kapital und die Bestie in uns allen macht, und ich würde wahrscheinlich mit den Tantiemen und Beteiligungen am Film einen Haufen Kohle machen. Ich wär' stinkreich und könnte noch behaupten, alles nur im Namen der Aufklärung und der Menschlichkeit getan zu haben.
Mit wem würden Sie gern mal Essen gehen und warum?
Mit einem Zufalls-Lottogewinner und einem seit Jahrzehnten erfolglosen Lottospieler. Ich brauche ich noch Material für den Film.
Was darf niemand in Ihrer Wohnung finden?
Den Lottogewinn.
Wem würden Sie Ihr letztes Hemd geben?
Einem Lottogewinner. Natürlich nur gegen eine aberwitzig hohe Summe.
Was war Ihre schlimmste Sünde?
Zu vergessen, wo ich meinen Lottogewinn versteckt habe.
Auf welche eigene Leistung sind Sie besonders stolz?
Zu vergessen, wo ich meinen Lottogewinn versteckt habe.
Was wollten Sie schon immer mal gern gefragt werden?
Wo haben Sie Ihren Lottogewinn versteckt?
Und was antworten Sie auf diese Frage?
Welchen Lottogewinn? Was wollen Sie überhaupt von mir? Haben Sie wirklich keine intelligentere Frage? Glauben Sie, ich wäre noch hier und würde dämlich Fragen auf einer Interviewseite beantworten, wenn ich im Lotto gewonnen hätte? Wer sind Sie überhaupt? Wo bin ich hier? Was heisst hier Internet? Ich kenne keine Inter. Ich weiss nicht, ob die nett sind.

Ich möchte auch interviewt werden Ich möchte jemand anderen interviewen lassen

 
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