Christoph Elzer
2297 Mal gelesen Tweet this

Interview mit:

Christoph Elzer

http://www.chip.de
Wer sind Sie und was machen Sie?

Das klingt ja fast schon wie eine hochphilosophische Frage: Wer bin ich eigentlich? Ich will sie aber trotzdem recht unspektakulär beantworten: Ich bin ein 32-jähriger kölscher Jung, der seit mittlerweile 10 Jahren im selbstgewählten bayerischen Exil lebt. Erst hat mich das Studium hergezogen, dann haben mich der wunderschöne Freistaat und eine Frau (nicht zwangsläufig in dieser Reihenfolge) an Bayern gebunden und jetzt kann ich mir keinen schöneren Ort mehr zum Leben und Arbeiten vorstellen. Letzteres tue ich seit 2008 bei CHIP Online (www.chip.de) als News-Redakteur.
Was war der größte Erfolg in Ihrem Leben?
Wenn man es als Technik- und Gadget-Freak geschafft hat, diese Leidenschaft zum Beruf zu machen und man gleichzeitig noch eine Freundin hat, die diese Begeisterung für Technik, Science und Fiction teilt, dann weiß man, dass im Leben bislang alles ziemlich gut verlaufen ist. Einen einzigen Moment als größten Erfolg fest zu definieren, ist daher nicht mein Ding. Ich genieße eine überraschende und gute News-Meldung, liebe es, großen Firmen auch mal als unangenehmer Redakteur aufzufallen und brauche oft nicht mehr als einen sonnigen Nachmittag im Biergarten, um restlos glücklich zu sein. Dass mir all das regelmäßig vergönnt ist, ist wahrscheinlich der größte Erfolg meines Lebens.
Was bedeutet das Internet für Sie?
Als Redakteur bei einem Online-Magazin ist das Internet für mich natürlich zunächst mal die entscheidende Arbeitsgrundlage. Aber als jemand, der genau mit der Ausbreitung des World Wide Web hin zum Massenmedium großgeworden ist, ist es für mich natürlich noch viel mehr als nur ein Job-Garant: Das Internet symbolisiert für mich eine neue Gesellschaft in der erstmals die seit jahrtausenden bestehenden örtlichen und intellektuellen Grenzen wegfallen. Echtzeitkommunikation rund um den Globus und uneingeschränkter Zugang zu nahezu jeder Art von Wissen sind hoffentlich die Grundlagen für eine komplett neue Gesellschaftsstruktur. Daher finde ich die Idee, dem WWW den Friedensnobelpreis zu verleihen, auch durchaus sinnvoll.
Würden Sie irgendetwas anders machen, wenn Sie Ihr Leben noch mal von vorn beginnen könnten?
Endlich mal eine Frage, die sich recht kurz beantworten lässt: Natürlich denkt man sich tagsüber ab und zu mal "wenn ich könnte, würde ich zurückgehen und speichern, bevor der PC abstürzt". Aber auf das große Ganze gesehen lautet meine Antwort ganz klar: Ich bereuhe nichts und würde nichts ändern wollen.
Wie viele Punkte haben Sie in Flensburg?
Null! Ich fahrte gerne und auch schnell Auto, aber abgesehen von Strafzetteln für falsches Parken hat man mir noch nie etwas anlasten können.
Was war Ihr peinlichstes Erlebnis?
Mir ist gerade etwas peinlich, dass mir kein außergewöhnlich peinliches Erlebnis einfällt.
Was bringt die Zukunft?
Da verweise ich nochmal auf die Frage "Was bedeutet das Internet für Sie?" - da ist diese Frage schon zu einem großen Teil beantwortet. Ich erwarte aber zudem in 20-30 Jahren noch das Ende der Sprachbarrieren: Simultan-Übersetzer wie der Communicator aus Star Trek sind schon bald keine Utopie mehr. Und wie unsere Welt sich dann verändert, wenn wir alle miteinander in unseren eigenen Sprachen in Echtzeit kommunizieren können, das kann ich mir kaum ausmalen - aber ich freu mich drauf, es mitzuerleben. Natürlich immer vorausgesetzt, wir Menschen richten uns und unseren Planeten nicht vorher zugrunde...
Was würden Sie mit einem Lottogewinn machen?
Oft kommt hier die scheinheilige Antwort "mein Leben würde genauso weitergehen, wie zuvor". Das glaube ich den Wenigsten und würde auch auf mich auch nicht zutreffen. Ich würde mir mindestens eines meiner Traumautos kaufen (amerikanische Muscle-Car-Ära), ein nettes Haus vor den Toren Münchens, richtig viel rund um die Welt reisen und dann den wunderbaren Luxus eines Lebens komplett ohne Zukunftsängste für die eigene oder nächste Generation leben. Ich denke aber, dass ich dennoch weiterhin in irgendeiner Form im Bereich Medien und/oder Journalismus arbeiten würde - denn sonst würde ich mich irgendwann einfach nur noch langweilen.
Was würden Sie als König von Deutschland ändern?
Interessante Frage, da ich dieses Interview gerade im Anschluss an einen London-Urlaub beantworte... Aber so sehr ich dem Pomp und die Zeremonien aus touristischer Sicht auch mag: Da ich nicht daran glaube, dass Absolutismus funktioniert (selbst wenn ein König genial ist, kann der nächste ein Tyrann sein), lautet meine Antwort ganz klar: Ich würde Abdanken und die Monarchie abschaffen.
Welches ist Ihr Lieblingsgetränk?
Oh je, die Frage nach Lieblingsessen wäre leichter zu beantworten gewesen. Ich würde sagen: Je nach Anlass ein fruchtiger Cocktail oder ein kühles Weißbier.
Hatten Sie schon einmal ein Blind Date?
Nein.
Was wollten Sie schon immer mal gern gefragt werden?
Eigentlich stelle ich die Fragen ja lieber selbst, aber wenn mich eines Tages jemand fragen würde, ob ich einem der bundespolitischen Medien-Gremien beitreten würde, wäre das durchaus nett.
Und was antworten Sie auf diese Frage?
Ja.

Ich möchte auch interviewt werden Ich möchte jemand anderen interviewen lassen

 
nach oben