Thomas H. Kaspar
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Interview mit:

Thomas H. Kaspar

http://www.chip.de
Wer sind Sie und was machen Sie?

Ich heiße Thomas H. Kaspar, bin im Web und bei Xbox-Spielern aber seit über 20 Jahren als Bibliothomas bekannt. Ich arbeite als Chefredakteur Community für CHIP Online und betreue da alle User-Aktivitäten und das Social Media Marketing und Audience Managment bei chip.de. Zudem leite ich die Internationalisierung über Download CHIP.eu und CHIP.asia. Ich schreibe Bücher und habe einen Lehrauftrag an einer Universität. Privat unterstütze ich wichtige Webprojekte wie utopia.de.
Welche Person hat Ihr Leben besonders beeinflusst? Haben Sie so etwas wie ein Vorbild?
Beruflich habe ich keine Vorbilder. Wir sind ja die erste Generation und erfinden vieles von dem, was andere dann besser und erfolgreicher machen werden. Die Quellen für die Reflexion meiner Tätigkeit gehen stark zurück auf Max Weber, Carl Popper, aber auch die strukturalistische Theorie. Persönlich praktiziere ich Buddhismus, um die Ausgeglichenheit und die Achtsamkeit zu erlangen, die (nicht nur) dieser Beruf erfordert.
Wie sieht Ihr Traumjob aus?
Ich bin nicht weit weg davon. Für mich steht im Kern, dass es gelingt, Gewinn mit einem heilsamen Leben zu verknüpfen. Ohne Geld verdienen - und ich verdiene wirklich gerne eine Menge - fehlt der Gestaltungsspielraum. Ohne Ziele über Geld hinaus wird jede Tätigkeit maschinell. Ich selbst bin ein Menschen-Mensch, mir kommt es darauf an, mit Menschen und für Menschen tätig zu sein.

Ich musste immer wieder mal tief durchatmen, weil ich mehrfach in meinem Leben Traumjobs hatte und aufgegeben habe, wenn ich nichts mehr lernen konnte. Redaktionsleiter, Musikdramaturg usf. Und immer wieder die nächste Aufgabe war dann wieder ein Traumjob. Der Kern des Traumjobs sind aber für mich wieder Menschen, mit denen ich arbeiten und gestalten und von den ich lernen kann.
Können Sie einen Witz erzählen?
Ich liebe subtile Witze von "Nachrichten auf Pro 7" bis zu Gedichten auf Gernhardt-Niveau wie "Auch unter Schlangen gibt es Idioten, man erkennt sie an den Knoten". Am allerliebsten mag ich gut vorgetragene Witze, aber die Kultur dafür ist längst vorbei.
Was macht Ihnen Angst?
Nichts.
Würden Sie irgendetwas anders machen, wenn Sie Ihr Leben noch mal von vorn beginnen könnten?
Nein. Ich würde mich freuen, wenn ich an manchen Stellen manches früher erkannt hätte, aber alles hat seine Zeit und alles entspringt aus seiner Zeit.
Was ist der Sinn des Lebens?
Ich kann das nur für mich beantworten. Ich versuche so zu leben, dass ich Kontakt bin zu meiner Umwelt. Und dass es aus dieser Berührung heraus entsteht, dem anderen so viel zu geben, dass er mit mir heilsamer lebt als ohne micht.
Welchen Film haben Sie zuletzt gesehen?
Ich völlig ungeeignet für Leanback-Medien wie Film und Fernsehen. Ich schlafe meistens ein oder zappe oder mache was anderes gleichzeitig.
Was darf niemand in Ihrer Wohnung finden?
Puh, mit der Frage kann ich wenig anfangen.
In welchem Geschäft würden Sie Ihre Kreditkarte bis auf das Maximum ausreizen?
Ich habe ein wenig Problem mit unachtsamen Konsum. Und diese Frage spitzt dieses Verhalten ja nochmals zu. Ich tendiere dazu, völlig absurde Summen zu spenden, weil mich manchmal das Leid und das Mitgefühl übermannt. Aber das ist kein "Geschäft".
Auf welche eigene Leistung sind Sie besonders stolz?
Ich freue mich, wenn es mir gelingt, mich selbst zu verändern. Ruhig zu bleiben, wo ich früher noch explodiert bin. Mitgefühl zu entwickeln, wo ich den anderen früher noch als "A..." verdammt habe.
Was wollten Sie schon immer mal gern gefragt werden?
Ich möchte aus meinem Leben was Sinnvolles machen. Hast Du mal einen Tipp?
Und was antworten Sie auf diese Frage?
Lass uns mal essen gehen.

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